Pasewalker Handballverein

von 1990 e. V.

Standhandball im Spielaufbau, durch eigene Unsicherheit im Angriff hervorgerufene Fehler, Nervosität – das sind die Schlagworte der Spiele der E-Jugendlichen vom 3. März 2012 bei einem erneuten Turnier in der Meisterschaftsrunde in Ahlbeck. Jenen Schlagworten sind die Niederlagen gegen HSV Blau Weiß Usedom mit 9:12 und gegen SV Fortuna ´50 Neubrandenburg mit 10:19 zu entnehmen, die die jungen PHV-Spielerinnen einstecken mussten. Trotz der Niederlagen belegen die Handballerinnen den vierten Platz des KHV MV Ost.

Ja, die PHV-Spielerinnen mussten die beiden Niederlagen einstecken, aber sie hätten sie in der zahlenmäßigen Verteilung der eigenen wie auch der kassierten Tore gegen Usedom nicht einstecken müssen, so das Fazit von Übungsleitern und mitgereisten, teilweise lautstark anfeuernden Eltern.

Im ersten Spiel traf man auf den Gastgeber, dem Drittplatzierten. Ausgeglichen gestalteten sich die ersten 15 Spielminuten nach einer eher hektischen Anfangsphase. In der sechsten Minute stand es 2:2. Keine Mannschaft vermochte sich deutlich abzusetzen. Ungewöhnlich aggressiv war das Deckungsverhalten auf beiden Seiten. Eine durch die Gastgeber genommene Auszeit in der neunten Minute nutzte allerdings unsere Mannschaft effektiver, um den Zwei-Tore-Rückstand in eine 7:6-Führung zur Halbzeit umzuwandeln, denn drei Tore in Folge erzielten die PHV-Spielerinnen, die in den letzten sechs Spielminuten der ersten Halbzeit den Angriff effektiver gestalten und damit die Fehler reduzieren konnten.

Gleich nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte konnten die Usedomerinnen zum 7:7 ausgleichen. Damit war das Spiel wieder offen. Und diesmal hatten die Gastgeberinnen den besseren Start, denn sie nutzten die Vielzahl von technischen Fehlern unsererseits für eigene Konterchancen, von denen aber nicht alle sicher verwandelt wurden. Zwei für den PHV gegebene Siebenmeter wurden nicht in zählbare Treffer umgemünzt; dies hätte zum mindesten den Anschluss bedeutet, so aber lag man mit 10:7 hinten. Die Pasewalkerinnen konnten sich nicht weiter heranarbeiten, die Tordifferenz blieb erhalten bis zum 12:9-Endstand.

Torwürfe gab es viele (23), aber nur 12 Treffer. 18 Zuspielfehler zeigen, dass den Spielerinnen mitunter die Übersicht im Spiel fehlt bzw. man den Ball zu schnell wieder „loswerden“ will. Einige schöne Spielzüge waren bei aller negativer Kritik zu sehen, dafür sprechen auch die neun erzielten Tore.  Das Spiel von Mitte und Kreis gelingt zunehmend besser, solange beide nicht unter Druck geraten. Die Halbspieler müssen unbedingt mehr Selbstvertrauen gewinnen. In Gänze muss das Tempo der zweiten Welle unbedingt erhöht werden. wobei Philine und Mara hier schon gute Ansätze gelangen, und die Konter vom Torhüter sicher erfolgen. Noch immer reagieren die Mädchen zu viel, anstatt zu agieren. Das waren die Ergebnisse, die in der Pause bis zum nächsten Spiel den E-Jugendlichen aufgezeigt wurden. Drei Phasen sind bei der Umsetzung der Hinweise jedoch zu absolvieren: zuhören, verstehen, agieren. So mancher Spielerin fällt schon die erste Phase schwer.

Und umgesetzt wurde es im zweiten Spiel gegen Neubrandenburg (Tabellenerster) ansatzweise. Nach zwei Minuten führten die Neubrandenburgerinnen mit 2:0. Bis zur Auszeit in der sechsten Minute hielten die Pasewalkerinnen diese Tordifferenz beim Stand von 5:3. Ein hektisches Hin und Her war auf beiden Seiten zu sehen. Die technischen Fehler dominierten das Spielgeschehen. Zu verhalten agierte man, glaubte irrtümlich und wider den Worten der Übungsleiter, dass man den Ball sicher im Stand annehmen könne, wurde vom Gegner aber eines besseren belehrt, ohne dabei selbst zu lernen und umzudenken. Die Neubrandenburgerinnen erliefen sich ihre Chancen und nahmen den PHV-Spielerinnen viel zu oft den Ball ab. Dass sie aber nicht alle ihre erkämpften Chancen unterbringen konnten, verhinderte einerseits Lisa Stahl im Tor, andererseits aber auch deren eher magere Chancenverwertung. Lucie und Josi demonstrierten eindrucksvoll in der ersten Hälfte, wie man Neubrandenburgs Schwachpunkt - die Außenposition - einfach und effektiv bezwingen kann: Josi läuft ein, fängt Lucies Ball gleich beim ersten Mal sicher und wirft platziert. Nur in der Bewegung hat man die Chance, den Gegner zu bezwingen, durch Passivität im Angriff macht man ihn stark. Weiterhin vermochten es die Pasewalkerinnen nicht, den Ball schnell über den Tempogegenstoß in die gegnerische Hälfte zu bringen. Wenn es gelang, dann brach man das Tempo in der gegnerischen Freiwurfzone ab. Obgleich von Anfang klar war, dass Neubrandenburg siegen würde und es auch mit 19:10 tat, so zeigte die offensichtliche Unzufriedenheit auf deren Bank doch, dass wir Paroli bieten und überraschen können, schließlich ging die zweite Hälfte nur knapp mit 5:6 verloren.

 

An die Ostsee fuhren: Lisa Stahl (Tor), Philine Schultz, Johanna Dierich (2), Lucie Fröhlich (2), Mara Neumann (2), Josefin Belz (4), Leoni Meyer (8), Edda Neumann, Lara Berndt (1), Lena Kriedemann