Pasewalker Handballverein

von 1990 e. V.

„Sieben Spieler auf einen Streich“ – dieses Motto wurde dem Pasewalker HV zur Vorrunde der Bestenermittlung (Landesmeisterschaft) in Schwerin am 22.04.2012 mit auf den Weg gegeben. Zur Vorrunde traten die besten Mannschaften des Landes Mecklenburg-Vorpommern in zwei gelosten Staffeln an. Der PHV hatte dabei das schwere Los nicht nur mit dem weit entfernten Spielort gezogen, sondern auch mit Blick auf die Staffelzusammensetzung. Mit dem SV Fortuna ’50 Neubrandenburg und dem HSV Insel Usedom waren der Erst- und Zweitplatzierte des KHV MV Ost in dieser Staffel vertreten wie auch die enorm stark auftretenden Mädchen des Gastgebers SV Grün-Weiß Schwerin, Erster der Spielunion Südwest, und der nicht zu unterschätzende Rostocker HC als Zweiter der Spielunion Rostock. Daher waren die Erwartungen im Vorfeld nicht allzu hoch gesetzt, obgleich das Team durch D II-Spielerinnen mit E-Jugendalter verstärkt wurde.

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Was die Mädels dann aber zeigten, war in der Tat ein „Streich“ und zwar schon zu Beginn des Spieltages, der mit den athletischen Tests (Handling, Slalom-Dribbling, Seilspringen, Schlussweitsprung, Ball hochwerfen) begann, die zu einem Drittel in die Gesamtwertung eingingen. Hier gelang es vielen Spielerinnen nicht nur die im Training gezeigten Leistungen zu bestätigen, sondern zum Teil auch zu steigern. Ein überraschender zweiter Platz hinter Schwerin, aber, wenngleich knapp, vor Neubrandenburg. Allein dieses für uns als sehr gut einzuschätzende Ergebnis der E-Jugendlichen, das durch einen hervorragenden zweiten Platz von Samanta Neisser in der Einzelwertung noch ergänzt wurde, war die Reise nach Schwerin wert.

Nach den Athletiktests folgten die Spiele im Vergleich jeder gegen jeden über 1 x 15 Minuten. Und gleich im ersten Spiel traf der PHV auf Schwerin, der als Favorit für den Landesmeistertitel gilt. Ärgern wollten wir und konnten wir bis zum 3:4 in der 5. Minute, einen Sieg Schwerins zu verhindern, das war bei realistischer Betrachtung nicht möglich. Dieses Spiel ging dann auch mit 6:13 verloren.

Im zweiten Spiel traf man auf die Mannschaft des HSV Insel Usedom. Die erste Hälfte verlief sehr ausgeglichen. Usedom legte vor und Pasewalk konnte nachziehen. Doch durch eine konzentrierte und konsequenter werdende Deckungsarbeit sowie eine gute Chancenverwertung konnten die Mädchen ab der 8. Minute mit dem 6:5 nicht nur die Führung übernehmen, sondern diese über ein 9:6 in der 13. Minute bis zum 10:7-Endstand auch behaupten.

Aufgrund der guten Platzierung beim Athletiktest und des einen Sieges wurden nun leise Hoffnungen wach, noch unter die besten Drei gelangen zu können, um zur Endrunde  zu fahren. Doch dazu musste ein weiterer Sieg her. Dass dieser im darauffolgenden Spiel gegen den SV Fortuna ´50 Neubrandenburg gelingen sollte, damit hatten nun weder die Eltern, Übungsleiter und Spielerinnen gerechnet. Die schnell nach vorn spielenden und schon sicher im 1:1 agierenden Neubrandenburger führten dann auch mit 3:1 in der 5. Minute. Durch eine erneut sehr konzentrierte und kämpferische Spielweise sowie eine effektive Deckung gaben sich die Pasewalker Spielerinnen aber nicht auf und konnten durch drei Tore in Folge mit 4:3 ihrerseits in Führung gehen. Was nun folgte war ein Handballkrimi pur: Als sich unsere Torhüterin Aileen Kage beim Spielstand von 5:5 verletzte, schockte dies zum Glück nur die Übungsleiter, nicht aber die Spielerinnen. Lisa Stahl übernahm jetzt im Tor die Verantwortung und wuchs dabei über sich hinaus. Die von ihr vereitelten Torchancen, darunter ein für die Mannschaft psychologisch wichtiger gehaltener Siebenmeter, wurden sicher in Tempogegenstöße umgesetzt und das Pasewalker Team konnte sich erstmals mit zwei Toren beim 7:5 absetzen. Neubrandenburg gelangen zwar im weiteren Spielverlauf die Anschlusstreffer (6:7, 7:8), aber den 9:7-Sieg unserer Mädchen konnten sie nicht mehr verhindern. Freude nicht nur auf den Gesichtern der E-Jugendlichen, sondern auch bei den Übungsleitern und mitfiebernden Eltern auf der Tribüne.

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Damit war schon vor dem letzten Spiel gegen den Rostocker HC klar, dass wir die Qualifikation für die Endrunde geschafft haben. Bis zum 3:2 aus Rostocker Sicht gestaltete sich dieses Spiel noch ausgeglichen, ehe sich der Kräfteverschleiß bei den bis dahin durchgehend geforderten Spielerinnen deutlich bemerkbar machte. So kamen noch einmal alle Spielerinnen zu Spielanteilen, weitere Tore sollten aber nicht mehr gelingen. Das Spiel endete 2:7.

Bei der anschließenden Siegerehrung dann offiziell die Bestätigung: Die Mannschaft des PHV erreicht neben dem SV Grün-Weiß Schwerin und dem Rostocker HC die Endrunde der Landesbestenermittlung.

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Ein Glückwunsch an die Mannschaft und viel Erfolg in der Endrunde!

Nicht nur sieben Spieler, sondern 18 auf einen Streich waren: Aileen Kage und Lisa Stahl im Tor; Johanna Dierich, Lucie Fröhlich (1 Tor), Mara Neumann, Josefin Belz (3), Leoni Meyer (2), Samanta Neisser (16), Nele Gabsch (3), Edda Neumann, Philine Schultz, Lara Berndt, Lena Kriedemann, Mia Kraut, Selina Meitzner, Julia Semmler, Ronja Falk, Lea Pfefferkorn.

Ein besonderer Dank gilt der Wohnungsbaugesellschaft Pasewalk GmbH, den Stadtwerken Pasewalk und dem Elektroinstallationsbetrieb Christian Haß für die Bereitstellung der Kfz.

 


 Impressionen vom Wochenende in der Galerie