Pasewalker Handballverein

von 1990 e. V.

Und damit ist klar, dass das hier ein Bericht über die emotionalen Herausforderungen des heutigen Tages für Übungsleiter, Eltern und natürlich Spielerinnen wird.

Der Kopf gab das Ziel für die Endrunde der Landesmeisterschaft vor: Wenigstens einen Sieg sollte es in heimischer Halle geben.

Doch bevor es überhaupt zu den Spielen jeder gegen jeden (1x15 Minuten) kam, absolvierten die Spielerinnen wie schon bei der Vorrunde fünf Athletiktests, die zu einem Drittel in die Gesamtwertung einfließen. Und diesen Tests kam am Ende des Turniertages eine ganz besondere Bedeutung zu. Im Vergleich zur Vorrunde gelang es fast allen Spielerinnen, sich deutlich zu verbessern, was sich insbesondere beim Handling und Ballhochwurf (Steigerung um jeweils fünf Wertungspunkte im Mannschaftsdurchschnitt) sowie beim Seilspringen (Steigerung um 13 Durchschläge im Mannschaftsdurchschnitt) zeigte. Das bedeutete letztlich einen unerwarteten und hervorragenden zweiten Platz bei den Athletiktests hinter dem SV Grün Weiß Schwerin, wie auch schon bei der Vorrunde. Und wiederum konnte Samanta Neisser einen zweiten Platz in der Einzelwertung für sich verbuchen, aber auch Leoni Meyer und Lucie Fröhlich können auf ihren achten bzw. elften Platz richtig stolz sein. Den ersten Teil haben die Mädels mit Bravour geleistet, das wäre Erfolg genug gewesen an diesem Tag. Aber was sollten nun die Turnierspiele bringen?

Gleich in der ersten Begegnung traf man auf die Handball SG Greifswald und hier war ein Sieg Pflicht. Diese Aufgabe erfüllten die PHV-Mädchen prompt und somit gelang der Turnierauftakt nach Maß mit einem deutlichen 10:1-Sieg. Jetzt durfte man die Erwartungen an die jungen Pasewalkerinnen nicht zu hoch stecken, denn mit dem SV Eintracht Rostock war im nächsten Spiel der Vorrundenerste der zweiten Staffel unser Gegner. Geprägt war dieses Spiel durch die vergleichsweise vielen Strafwürfe gegen den PHV, wobei es der Gegner nicht vermochte, drei in Folge gegebene Siebenmeter zu verwandeln. Die Paraden von Aileen Kage im Tor vereitelten damit den Sieg Rostocks und retteten dem PHV einen Punkt beim 4:4-Unentschieden. Einen gaaaaanz, gaaaaanz wichtigen Punkt!

Viele Fehler schlichen sich dann jedoch in der dritten Partie gegen den Rostocker HC ein, der zuvor Eintracht Rostock mit 5:4 bezwingen konnte. Durch Ballunsicherheiten kam es zu Fehlpässen, die die Gäste in eigene Tore umwandelten und sich so schnell mit 4:1 absetzten. Danach verlief das Spiel zwar ausgeglichen, aber die Drei-Tore-Differenz konnte bis zum 7:4-Endstand nicht mehr aufgeholt werden. Damit wurden die Hoffnungen auf einen Medaillenplatz wieder leiser, denn gegen den späteren Landesmeister und souverän aufspielenden SV Grün Weiß Schwerin war ein Sieg kaum möglich. In der ersten Hälfte konnte man bis zum 4:6 noch recht gut mithalten, dann aber setzte sich der Gegner bis zum Schlusspfiff zum 5:10 ab. Zu diesem Zeitpunkt verhinderte Lisa Stahl im Tor eine höhere Niederlage.

Damit ging es im letzten Spiel gegen den Stralsunder HV um alles, um sich noch die Chance auf eine Medaille zu wahren. Schaute man aber in die Gesichter der Mädchen, so war diesen die Erschöpfung deutlich anzusehen. Würden sie noch einmal alles geben können? … Ja! Das taten sie eindrucksvoll. Innerhalb der ersten drei Minuten lieferten sich die beiden Mannschaften zwar einen Schlagabtausch bis zum 3:3, dann aber packte die PHV-Deckung noch konsequenter zu und verschloss geradezu den eigenen Neun-Meter-Bereich, so dass für Stralsund kein Durchkommen mehr war. Im Gegenzug zeigten sich sehenswerte Einzelaktionen und Zusammenspiele, bei denen Nele Gabsch, wie auch schon in den Spielen vorher, Übersicht und Blick für den freilaufenden Mitspieler bewies.  Durch sichere Torwürfe in Folge konnte sich das PHV-Team bis zum 7:3 aus Pasewalker Sicht absetzen. Endstand in diesem letzten Spiel war ein 8:4-Sieg, welcher zudem Punktgleichheit mit SV Eintracht Rostock bedeutete. Laut Turnierreglement sollte jetzt der direkte Vergleich der beiden punktgleichen Mannschaften über die Platzierung entscheiden, was aber aufgrund des 4:4-Unentschiedens nicht möglich war, und somit ein Siebenmeterwerfen die Entscheidung herbeiführen musste. Spannender ging es nicht, die Zuschauer standen auf der Tribüne und fieberten mit den fünf Werferinnen mit. Nach vier Durchgängen stand es 1:1 unentschieden. Die beiden letzten Werferinnen entschieden nun über Sieg und Niederlage. Nachdem die Spielerin von Rostock an Aileen Kage im Tor scheiterte, trat diese nun selbst als letzte Werferin an und bewies Nervenstärke. Nach ihrem verwandelten Siebenmeter lagen sich Spielerinnen und Übungsleiter in den Armen. Die Freude über den dritten Platz in der Turnierwertung war riesig und kaum fassbar, hatte man von einer Medaille doch nur geträumt. Doch die große Überraschung kam mit der Siegerehrung. Da der Zweitplatzierte der Turnierspiele, der Rostocker HC, lediglich einen fünften Platz bei den koordinativen Tests erreichen konnte, gelang es dem Pasewalker HV, noch auf den Silbermedaillenrang vorzurücken. Eine Platzierung, die es für den PHV letztmalig im Jahre 2004 bei einer Endrunde zur Landesmeisterschaft in Pasewalk gab. Und eine von diesen 2004-ern war heute wieder dabei: Julia Lukowski, aber jetzt auf Seiten der Übungsleiter. Tränen bei Julia und den Spielerinnen, nicht nur wegen der Erschöpfung und des realisierten Erfolges, sondern auch weil Julia den Verein in der neuen Saison zum Studienbeginn verlassen wird.

 

Vizelandesmeister dürfen sich nennen: Aileen Kage, Lisa Stahl (beide Tor); Johanna Dierich, Lucie-Marlen Fröhlich, Mara Neumann, Josefin Belz, Leoni Meyer, Samanta Neisser, Mia Kraut, Edda-Marie Neumann, Philine Schultz, Lara Berndt, Lea-Marie Pfefferkorn, Lena Kriedemann, Nele Gabsch, Julia-Friederike Semmler und Ronja Falk.

 

Fazit:   Kein Fazit - wir genießen!

 

Dank:   Der kommt unbedingt und gilt „unseren“ Eltern, also auch den Vätern am heutigen Muttertag, die die Organisation und Durchführung der Endrunde nicht nur durch den Verkauf sondern auch als Wettkampfgericht bei den koordinativen Tests wie auch dem Auf- und Abbau der einzelnen Stationen mitgestalteten. Allen sei hier ganz herzlich gedankt. Diese Veranstaltung gelang, weil wir uns auf die vielen fleißigen Brötchenschmierer, Salatauffüller, Kuchen- und Brezelbäcker, Obstspießzubereiter, Seilsprungzähler … hundertprozentig verlassen konnten.

Dieser Dank gilt ebenso der zweiten Frauenmannschaft des PHV in persona Adi, Anne, Josi, Fränzi, Katja, K-C-aro sowie Nicole Domke und Gerlinde Fischer.

Michael Dummer hat zuverlässig jeden Augen-Blick im Bild festgehalten.

… und allen weiteren kleinen und großen Helfern!

 

Und fassen können wir den Erfolg auch nach dem Schreiben des Berichtes noch immer nicht …

 

 


 

Folgende Worte erreichten uns heute (14.05.2012) aus Schwerin, die auch an die vielen Helfer gerichtet sind:

 

"Liebe Handballfreunde des Pasewalker HV,

zum Vizetitel eurer tollen Mannschaft haben wir euch ja noch in der Halle beglückwünschen können.

Unseren Glückwunsch und unser Dankeschön für die überaus tolle Organisation und Durchführung dieser Titelkämpfe möchten wir auf diesem Wege nachholen. Alle, ob Handballmädels, Trainer oder Eltern haben sich sehr wohl gefühlt in eurer schönen Halle und auch das durch euch liebevoll organisierte Drumherum sehr genossen.

Vielen Dank noch einmal dafür. Macht weiter so!"

 

Herzliche sportfreundschaftliche Grüße

Rüdiger Borchardt

GW Schwerin

 

"Hallo nach Pasewalk,
ich möchte mich bei Euch nochmal auf diesem Weg für das toll organisierte und durchgeführte Turnier bedanken. Meinen Glückwunsch auch zu Eurem senationellen 2. Platz. Ich wünsche Euch für die Zukunft weiterhin solche Höhepunkte."
Alles Gute
Andreas Patzke
GW Schwerin