Pasewalker Handballverein

von 1990 e. V.

Vergleiche erhöhen die Anschaulichkeit, hinken aber für gewöhnlich – David war auch wesentlich kleiner als Goliath und hatte ihm körperlich nichts entgegenzusetzen, so wie die Pasewalkerinnen im ersten Punktspiel in der neuen Saison ihren Gastgeberinnen vom HSV Grimmen gegenüber. Der Vergleich hinkt natürlich in Anbetracht des im heutigen Spiel erreichten Ergebnisses – einer Niederlage, die rein zahlen- und punktetechnisch mit 21:31 natürlich ganz deutlich ist. Keineswegs aber kann man in Anbetracht der gezeigten Leistungen heute von einer Niederlage sprechen, sondern von einem Sieg jeder einzelnen Pasewalker Spielerin auf dem Parkett – schön, dass es so einen Hallenboden noch gibt.

 

Aber der Reihe nach: Lange Zeit konnten die Pasewalker Mädels das Spiel offen halten, führten zwischenzeitlich sowohl durch schnelles Spiel über den Kreis, Einbeziehung der Außenpositionen, gelungene 1:1-Aktionen als auch über Würfe aus der zweiten Reihe sogar mit 7:5, bevor nach einer Auszeit des Gegners die Härte im Spiel zunahm, das Pasewalker Angriffsspiel stagnierte und sich die Grimmener Mannschaft mit fünf Toren in Folge leicht absetzen konnten. Aber die Pasewalkerinnen gaben sich in dieser Phase nicht auf, machten es der Grimmener Deckung nicht leicht und auch Umstellungen in der Besetzung der Positionen zeigten Wirkung. Über eine schnelle Mitte konnte wieder Druck im Angriff aufgebaut werden, so dass bis zum Halbzeitpfiff der weitere Spielverlauf ausgeglichen gestaltet wurde. Mit einem 12:16 ging das Pasewalker Team in die Kabine.

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Ebenso ausgeglichen gestaltete sich auch der Beginn der zweiten Halbzeit (16:20), das Tempo der ersten Hälfte wurde beibehalten und die Spielerinnen probierten sich nicht nur im 1:1, sondern auch im Kombinationsspiel zwischen Aufbau und Kreisläufern,  bis auch hier, wiederum zur Mitte der Halbzeit die Grimmener Spielerinnen ihre körperlichen Vorteile ausnutzten, um auf 16:26 zu enteilen. Doch trotz dieses Spielstandes war den Pasewalkerinnen Spielfreude und auch Spielwitz anzumerken – schön, das zu sehen. An der Tordifferenz änderte dies jedoch nichts.

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Was resümiert man?

1. Ein deutlich spielerischer Fortschritt im Angriffs- und Deckungsverhalten bei einer Raumdeckung ist zu verzeichnen. Das Übergeben und Übernehmen einer Gegnerin ist für die Mädels kein "Fremdwort" mehr, muss aber weiterhin fokussiert werden.

2. Das im Training Geübte wie auch Korrekturhinweise während des Spiels konnten schneller und schon relativ sicher umgesetzt werden.

3. Die Spielerinnen gewinnen immer mehr die Übersicht über das Spiel und damit den Blick für den freien Mitspieler.

4. Gerade deshalb war trotz der Niederlage das Spiel unserer Mädels einfach schön anzusehen. Man konnte wechseln, ohne dass der Spielfluss unterbrochen wurde und erneut haben sich wieder viele Spielerinnen am Torerfolg beteiligt.

5. Die Würfe sind deutlich schärfer und präziser geworden.

6. Die Angst weicht immer mehr – gerade gegenüber körperlich überlegenen Spielerinnen.

7. Den Mädels sollte spätestens nach diesem Spiel bewusst geworden sein, dass Schnelligkeit, körperlich wie geistig, schnell Tore auch gegen einen Goliath bringen kann.

 

Also ihr Davids aus Pasewalk: Wachst weiter – körperlich, aber noch mehr im Kopfe: Lisa Stahl (Tor); Johanna Dierich (2), Mia Kraut (1), Mara Neumann (2), Josefin Belz (4), Samanta Neisser (7/2), Philine Schultz (auch im Tor), Leoni Meyer (3), Lea Pfefferkorn, Lara Berndt (1), Lena Kriedemann und Ronja Falk.