Pasewalker Handballverein

von 1990 e. V.

2015 06 21 WismarCup01    2015 06 21 WismarCup02

Beim Wismar-Junior-Cup, wie die ostdeutsche Meisterschaft auch genannt wird, treffen die Meister und Vizemeister der neuen Bundesländer sowie von Berlin aufeinander. Dieses Turnier stellt den absoluten Höhepunkt in dieser Altersklasse dar. Und das Team der wJD des Pasewalker HV war als Vizelandesmeister dabei!

Mit dem Vorsatz von den besten Mannschaften nicht nur zu lernen, sondern selbst spielerische Akzente zu setzen und unter den Top 10 das Turnier zu beenden, begann am Freitag, den 19.06.2015, mit der Anreise in „Ullis Kinderland“, unserem Quartier am Schweriner See, das Abenteuer Wismar-Cup.

 

 

Am Samstag standen dann auch die fünf Spiele der Gruppenphase – der PHV erwischte, wie sich später herausstellte eine richtig starke Gruppe – auf dem Spielplan. Gemäß den Vorgaben des Deutschen Handballbundes (DHB) wird in dieser Altersklasse ein offensives Deckungssystem vorgeschrieben, so müssen die Teams in der ersten Halbzeit in Manndeckung – Oh, oh, wann haben wir die zum letzten Mal gespielt? - und in der zweiten Halbzeit mit einem offensiven Deckungssystem verteidigen.

Gleich in den ersten beiden Spielen wurden unsere Mädchen richtig gefordert: die Gegner waren beide Landesmeister: Grün-Weiß Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern und der HC Leipzig in Sachsen. Mit schnellem und sicherem Passspiel gelang es den Schwerinerinnen unsere jungen PHV-Damen klar zu bezwingen (4:14 aus Pasewalker Sicht). Sollten die spielerischen Unterschiede zu den anderen Teams wirklich so groß sein? Die Mädchen wollten mehr, das konnte man deutlich im Spiel gegen den HC Leipzig sehen, gegen den das Team des PHV durch mehr Selbstbewusstsein und mehr Bereitschaft, auch in die Nahtstellen zu gehen, wo es richtig weh tut, mit 9:13 doch für ein Achtungszeichen sorgte. Wieder nur ein Spiel Pause und wieder stand ein Meister als Gegner auf dem Spielfeld, der Berliner SV 1892. Die Pasewalkerinnen erwischten einen Blitzstart, lagen bei der ungeliebten Manndeckung zur Mitte der ersten Halbzeit sogar 7:3 in Führung, ehe die Berlinerinnen aufholten und ihrerseits mit einem Tor Vorsprung die Seiten wechselten. Es blieb spannend bis zum Schluss, denn keiner Mannschaft gelang es, sich abzusetzen. Und als die Berlinerinnen beim Stand von 14:14 einen schnellen Angriff nicht mehr im Pasewalker Tor unterbringen konnten, Freude auf Pasewalker Seite über den ersten Punktgewinn.

Sollte das vierte Spiel gegen den HSV Magdeburg (Vizemeister Sachsen-Anhalt) dann endlich den ersten Sieg bringen? Lange Zeit sieht es ganz danach aus, die 9:3-Führung zur Halbzeit jederzeit gerechtfertigt, die Mannschaft überzeugte auf allen Positionen: in der Abwehr, im Tor wie auch im Angriff, obwohl sich bei den Spielerinnen ob des körperlich hart geführten Spiels erste Blessuren zeigten. Das völlig Unverständliche dann in der zweiten Halbzeit: Offensichtlich überforderte Schiedsrichter scheinen mit zweierlei Maß zu messen. Abwehraktionen werden auf der einen Seite mit Siebenmetern gegen uns geahndet; wenn unsere Spielerinnen aber ebenso auf der anderen Seite gefoult wurden, bekamen sie, wenn überhaupt, nur einen Freiwurf zugesprochen. Das Spiel wurde zunehmend zerfahrener, die Spielerinnen haderten mit den Schiedsrichterentscheidungen, was natürlich auch das eigene Spiel beeinflusste. Es sollte kein weiteres Treffer mehr gelingen, während Magdeburg Tor um Tor aufholte und das Pasewalker Team in der Schlussminute auch noch das 9:10 hinnehmen musste und die Niederlage nicht mehr abwenden konnte. Ob wir mit besseren Schiedsrichtern gewonnen hätten, sei dahingestellt, aber die Chancen wären deutlich größer gewesen. In der Kabine betroffene Gesichter, Tränen und sprachlose Übungsleiter. Den Mädchen ist kein Vorwurf zu machen. Im Gegenteil, es ist wirklich großer Einsatz gezeigt worden.

Das Spiel gegen den VfB Doberlug-Kirchhain (15:10) hatte somit keinen Einfluss mehr: Die Finalrunde um die Plätze 1 bis 6 war außer Reichweite. Schade…

Etwas betrübt gingen die PHV-Spielerinnen in die Begegnungen der Platzierungsrunde. Dem SC Markranstädt unterliegt das Team in einer kampfbetonten Partie nur knapp mit 10:11, während der SV Eisenach mit 16:6 und die Gastgeberinnen aus Wismar mit 11:9 bezwungen werden konnten.

Bei der Siegerehrung – der PHV beendet das Turnier als Neuntplatzierter, die Zielstellung, unter den Top 10 zu landen, also erfüllt - dann nochmals die Erkenntnis, dass die Podestplätze von Leipzig, Schwerin und Magdeburg eingenommen werden. Na, woran denkt man zwangsläufig? Genau, alle drei Teams aus unserer Vorrundengruppe, und somit bestätigt, dass wir die stärkere Gruppe erwischt hatten, aber dass die Unterschiede so deutlich gewesen sind, ist schade.

Aber so ist es nun mal im Sport. Wie oft schon hatten wir das Glück auf unserer Seite – denken wir nur an das Siebenmeterwerfen gegen Bützow bei der Endrunde der Landesmeisterschaft – und eben einige Male, wie auch hier beim Turnier, eben Pech. Trotzdem haben die Mädchen wirklich tollen Handball auf hohem Niveau gezeigt. Drei Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen, davon zwei jeweils nur mit einem Tor. Große Klasse, wirklich!

… Und ganz zum Schluss dann das, womit nun wirklich keiner gerechnet hat, was aber auch mit Blick auf die bei der Endrunde der Landesmeisterschaft, beim Warnemünde-Cup und eben bei diesem Turnier gezeigten Leistungen völlig gerechtfertigt ist: Lisa Stahl wird als beste Torhüterin des Turniers ausgezeichnet. Das kann nicht jede von sich behaupten, beste Torhüterin bei den ostdeutschen Meisterschaften zu sein! Herzlichen Glückwunsch, Lisa!

Ein versöhnliches Ende dieser Meisterschaft, die für uns nicht nur ein Turnier zum Lernen war, die gezeigt hat, wie sich jeder einzelne und eben das Team durch Einsatzwillen und Fleiß bis auf dieses hohe Niveau empor arbeiten kann. Ein großer Dank gebührt den (Groß-)Eltern der Mädchen, welche unzählige Stunden und Fahrkilometer nicht nur in diese Saison investiert haben. Ohne diesen Einsatz der (Groß-)Eltern, welche auch im Hintergrund ein tolles Team bilden, ist das alles für Kinder und Trainer nicht zu bewerkstelligen.

 

Ein Fazit vom DJ und Chauffeur:

Nach zwei Nächten und drei Tagen im Ferienlager mit ostzonalem Charme bin ich völlig geschafft und müde, aber ich möchte es nicht versäumen, nochmal danke zu sagen, für sehr intensive aber umso schönere gemeinsame Tage. Die Mädels haben trotz wenig Schlaf, viel Trubel (Pauken und Trompeten in der Halle), der schweren Vorrundengruppe mit zwei Niederlagen gleich zum Auftakt - gegen den zukünftigen Sieger und Zweitplatzierten - gekämpft und gezeigt, nicht zuletzt den einfach zu oft gegen uns pfeifenden Schiedsrichtern, dass sie selbst in so einem Meister- und Vizemeisterfeld bestehen können und auf genauso hohem Niveau Handball spielen können. Ich bin stolz auf Euch Mädels und Ihr wart auch neben der Halle einfach Klasse. Wir haben super Busfahrten mit Diskofieber und Slalomfahrten gehabt. Danke an unsere Trainer, die unsere Mädchen trotz vieler Fehlentscheidungen gegen uns immer wieder motiviert haben und Ihr könnt stolz sein, was Ihr aus diesen Mädels geformt habt, ein Team, das mit den Handball-Hochburgen Leipzig, Berlin und Magdeburg (!!) mithalten kann.

Unser Motto: Was machen wir von der 1. Minute an?? ... KÄMPFEN.

Und wer hat die BESTE Torhüterin im Osten Deutschlands? … WIR - der Pasewalker HV