Pasewalker Handballverein

von 1990 e. V.

Am zweiten Punktspieltag absolvierten die Mädchen der E-Jugend am 15.09.2012 ein doppeltes Pensum in der Uecker-Sporthalle, da sie in dieser Saison in zwei Altersklassen spielen. Einerseits traten sie in ihrer eigenen Altersklasse, andererseits als PHV II in der D-Jugend (Staffel B) mitspielend gegen die Mannschaften aus Stavenhagen an. Klar und mühelos gewannen die Pasewalkerinnen ihre erste Partie mit 34:2 und auch in der zweiten Begegnung besiegte man in einem kampfbetonten und sehenswerten Spiel die ein bis zwei Jahre älteren Gäste mit 12:8. Damit hatte wohl niemand gerechnet.

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Bevor es aber zum ersten Spiel kam, absolvierten alle E-Jugendlichen einen koordinativen Test im Seilspringen. In 30 Sekunden zeigten sie, wie viele Seildurchschläge ihnen gelangen. Die PHV-Spielerinnen bestätigten dabei ihre im Training erzielten Leistungen.

Und von einer Bestätigung der Trainingsleistung konnte in der sich nun anschließenden Partie gegen die altersmäßig sehr gemischte Mannschaft (Jahrgang 2002-2005) aus Stavenhagen nun nicht unbedingt die Rede sein. Zwar dominierte man das Geschehen zu jedem Zeitpunkt und ein Sieg war von Anfang an ungefährdet, aber es zeigten sich gerade zu Beginn Nachlässigkeiten in der Deckung und im Angriff. Zu weit weg „bewachte“ man seine Gegnerin in der Deckung, spekulierte und verspekulierte sich dabei, so dass die Gäste viele Torchancen erhielten, die aber an unserer Torhüterin abprallten. Lauf- und durchsetzungsfreudig sowie willensstark zeigten sich die jungen Reuterstädterinnen. Teilweise stagnierte das Spiel in der ersten Halbzeit beim Stand von 7:0, denn der PHV vermochte es nicht, seine spielerische und auch körperliche Überlegenheit - ja, ich hätte auch nicht gedacht, dass wir mal größer als der Gegner sind - in zählbare Ergebnisse umzuwandeln, schließlich stand es „nur“ 13:0 zur Halbzeit. Etwas mehr mit Kopf spielte man in der zweiten Halbzeit. Dass der Knoten dann bei dem einen oder anderen geplatzt war, konnte man an Lena Kriedemann erkennen, die den Ball nun endlich hinter der Torlinie unterbringen konnte. Viele Tore erzielte der PHV, statt Freude in der Kabine nach dem Abpfiff vernahm man aber die Worte: „Es war langweilig.“ Dies war aber keine überhebliche Äußerung mit Blick auf den Gegner, sondern reflektierte mit Blick auf die eigene Leistung und den eigenen Anspruch.

Ganz und gar nicht langweilig wurde es dann aber in der zweiten Partie gegen die D-Jugend nach einer etwa 45-minütigen Pause und verstärkt durch Lucie Fröhlich (unsere 01-er). Gewohnte Relationen bezogen auf die körperlichen Unterschiede vorfindend gestaltete sich auch der Anfang der Partie entsprechend deutlich. Schneller und sicherer agierten die Gäste und gingen rasch in Führung. Zur Halbzeit lag der PHV mit 3:7 zurück. Sollte in dieser Partie noch etwas möglich sein? Denn nur sieben Gegentore zuzulassen, spricht für eine gute Deckungs- und Torhüterleistung. Und plötzlich zeigten die Mädchen auch, dass sie sich mit der Raumdeckung (1:5) schon gut vertraut gemacht hatten. Aggressiver als noch im Spiel zuvor trat man den Gästen gegenüber und verhinderte so einen erfolgreichen gegnerischen Angriff.

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Einwenden muss man allerdings, dass nur drei eigene Treffer viel zu wenig sind, obgleich sich die Mädchen viele Chancen erarbeitet hatten, aber entweder technische Fehler, deplatzierte Würfe oder Angst Hinderungsgründe am Torerfolg waren. Die Angst war deutlich zu spüren in der ersten Halbzeit, aber diese Angst galt es abzulegen. Unermüdlich versuchte es erneut Philine Schultz, aus der zweiten Reihe zu werfen, scheiterte zwar häufig, lernte dadurch jedoch, dass sie ihre Wurfhaltung präzisieren muss und dass sie Chancen hat - auch und gerade gegen die Großen, naja bei Philine gegen die Älteren.

Dass in diesem Spiel mehr drin war, wurde den Mädchen in der Pause deutlich gemacht. Wenn sie weiter in der Deckung kämpften und nach vorne sicherer, v.a. selbstsicherer würden, dann könnte man den Gegner überraschen und eine Niederlage verhindern.

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Und die PHV-Spielerinnen hatten zugehört in der Pause und v.a. ihre Angst abgelegt. Aus der Kabine kam eine verwandelte Mannschaft und ich denke, die Mädels waren ebenso von sich selbst überrascht. Kontinuierlich arbeiteten sich die PHV-Handballerinnen an den Gegner heran, warfen Tor um Tor und erzielten sogar den Anschlusstreffer zum 6:7 mitte der zweiten Halbzeit. Stavenhagen gelang nichts mehr. Stattdessen zeigten die Gastgeberinnen einen abwechslungsreichen und sehenswerten Handball mit einem im Training noch wenig geübten Zusammenspiel. Über zwei bzw. drei Stationen wurde der Ball schnell in die gegnerische Hälfte gebracht und im Tor verwandelt, wenngleich nicht jede Chance genutzt werden konnte. Dann erfolgte sogar der Treffer zum 7:7-Ausgleich. Das Unmögliche und Ungedachte schien einzutreten. Unterstützt durch die lautstark applaudierenden Eltern und Großeltern nahm der PHV nun die Führung in die Hand und baute diese bis zum 11:7 aus, dann erst sollte den Gästen das einzige Tor in der zweiten Hälfte zum 11:8 gelingen, bevor der PHV das letzte Tor zum 12:8-Endstand erzielte.

Wie war dieses Ergebnis möglich? Eine Mixtur aus bissiger Deckungsarbeit, Uneigennützigkeit bzw. Mannschaftsdienlichkeit beim Torwurf, dem Auge für den Mitspieler, kognitiver Reaktionsschnelligkeit, Mut und gesunder Selbstsicherheit, einer aufgeregten und fast durchgedrehten „Bank“ und natürlich dem visuellen Sicherheitscheck des einen oder anderen nach „oben“ zu Mami und oder Papi „Hab´ ich das gut gemacht?“.

Und ob ihr das gut gemacht habt! Aber das haben die Spielerinnen dann in der Kabine, wenngleich erschöpft, auch festgestellt mit den Worten: „Das Spiel hat Spaß gemacht.“

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Bei aller Euphorie muss allerdings angemerkt werden, dass Stavenhagen sicher nicht zu den stärksten Mannschaften in der D-Jugend zählt, dieses Ergebnis somit nicht unbedingt repräsentativen Charakter besitzt. Beide Spiele vom heutigen Tage zeigen aber, dass die getroffene Entscheidung – zusätzlich in der D-Jugend zu starten - richtig zu sein scheint.

 

Für Aufregung sorgten heute:       Lisa Stahl (Tor), Johanna Dierich, Lucie Fröhlich, Josefin Belz, Philine Schultz, Leoni Meyer, Edda Neumann, Lea Pfefferkorn, Lara Berndt und Lena Kriedemann.